41. Arbeitstagung in Siegburg | Improvisieren! „Prepare to be unprepared“

In Zusammenarbeit mit dem KSI (Katholisch-Soziales Institut)
Siegburger Michaelsberg, 8.-9. April 2022 

Mit Alessandro Bertinetto, Georg Bertram, Daniel Martin Feige, Andy Hamilton, Michael Rüsenberg

Die 41. Tagung von Radio Jazz Research e.V. widmet sich einem Phänomen, das viele für das zentrale Element des Jazz halten. Auch der Untertitel „prepare to be unprepared“ stammt von einem Jazzmusiker, nämlich von Lee Konitz (1927-2020). Aber sein Motto greift weit über den Jazz hinaus, es gilt universell: Improvisieren gehört zur Grundausstattung des Menschen.

Im Zentrum der Tagung stehen zwei Bücher, die diesen Umstand ins Auge fassen: „Improvisieren! Lob der Ungewissheit“ (Reclam) von Georg Bertram und Michael Rüsenberg sowie das von Alessandro Bertinetto (Turin) herausgegebene „Routledge Handbook of Philosophy and Improvisation in the Arts“.

41. RJR-Arbeitstagung in Siegburg

Improvisieren!
„Prepare to be unprepared!“

In Zusammenarbeit mit dem KSI (Katholisch-Soziales Institut)

Siegburger Michaelsberg, 8. – 9. April 2022 

Mit Alessandro Bertinetto (Turin), Daniel Martin Feige (Stuttgart), Andy Hamilton (Durham/GB), Michael Rüsenberg (Köln)

41. RJR-Arbeitstagung: 8. April 2022

15.00 Uhr:

Bernd Hoffmann (RJR): Begrüßung

Die 41. Tagung von Radio Jazz Research e.V. widmet sich einem Phänomen, das viele für das zentrale Element des Jazz halten. Auch der Untertitel „Prepare to be unprepared!“ stammt von einem Jazzmusiker, nämlich von Lee Konitz (1927-2020). Aber sein Motto greift weit über den Jazz hinaus, es gilt universell: Improvisieren gehört zur Grundausstattung des Menschen.

Im Zentrum der Tagung stehen zwei Bücher, die diesen Umstand ins Auge fassen: „Improvisieren! Lob der Ungewissheit“ (Reclam) von Georg Bertram und Michael Rüsenberg sowie das von Alessandro Bertinetto (Turin) und Marcello Ruta (Bern)herausgegebene „Routledge Handbook of Philosophy and Improvisation in the Arts“.

15.30 Uhr:

Bertram/Rüsenberg: Improvisieren! Lob der Ungewissheit (Reclam 14164)  

Fragen an den Co-Autor Michael Rüsenberg

Klappentext Reclam: Der Mensch ist das improvisierende ›Tier‹ schlechthin. Denn er kann aus mangelnder Vorbereitung Chancen kreieren, sich Situationen anpassen und mit Flexibilität das Beste daraus machen. Improvisation darf dabei nicht mit Stümperei verwechselt werden. Der Jazzmusiker Lee Konitz forderte etwa von Mitmusikern und Zuhörern, darauf vorbereitet zu sein, unvorbereitet zu sein. Wer also souverän mit unklaren Situationen umgehen möchte, sollte den Zwang zur Improvisation niemals fürchten: Herausforderungen und Krisen sind ohne diese grundlegende menschliche Fähigkeit nicht zu meistern.

17.00 Uhr

Andy Hamilton: Art, Genius and Improvisation: Preparing for the Spontaneous Effort

This is the rough argument: To call Ronaldo a genius is to say that he does brilliant things that are not just the product of hard work and training. But one can train for the spontaneous effort – which is not the same as training for doing one particular thing, but for being in the  creative zone. So to be a genius is to be an improviser, in the best sense. Spontaneity results from improvisation.

Abendessen 19.00 Uhr           

41. RJR-Arbeitstagung: 9. April 2022

9.30 Uhr

Alessandro Bertinetto: Aesthetics of Imperfection vs Aesthetics of Success/Failure – 

Are They (Still) Different Approaches to the Art of Improvisation?

The two main philosophical approaches to the aesthetics of improvisation are that of the aesthetics of imperfection and that of the aesthetics of success / failure. The first is the theoretical attempt to account for the specificity of improvisation with respect to non-improvised works of art. The second considers improvisation as paradigmatic for art as a whole. The first proposes the elaboration of a specific aesthetic for improvisation. The second argues that improvisation captures a crucial aspect of aesthetics as such. In the light of recent theoretical developments, the alleged contrast between the two models seems to be possibly overcome. The question the talk intends to answer is whether this is really the case.

11.00 Uhr

Daniel Martin Feige: Improvisation und Handlungstheorie

Handlungen sind auf ein Ziel gerichtet. Musikalische Improvisation, die ja auch Handlungen sind, scheinen sich hier nicht gut einzufügen. Es ist nicht so, dass der Gang einer Improvisation teleologisch (zielgerichtet) zu verstehen wäre und er verschiedene Phasen hat, die ein gegebenes Ziel verwirklichen. Der Vortrag wird dafür argumentieren, dass der zentrale Unterschied darin besteht, dass Improvisation durch eine retrospektive Zeitlichkeit gekennzeichnet ist. Eine Revision der aktuellen Debatten der Handlungstheorie ist aus dieser Sicht naheliegend.

12.00 Uhr

Ausblicke zum Thema

Stefan Hentz im Gespräch mit Alessandro Bertinetto, Daniel Martin Feige und Michael Rüsenberg 

Die Schlussrunde diskutiert die verschiedenen Praktiken der Improvisation:

Bedeutet Improvisation immer das gleiche oder muss man jeweils spezifisch bestimmen,
was sie im einzelnen Falle ausmacht?
Also, was hat Improvisation im Jazz mit Improvisation im Fußball, im Film, in der Fotografie oder in der Politik zu tun?
Die Runde ist auch offen dafür, Aspekte zweier neuer Bücher miteinzubeziehen: Von Daniel Martin Feige „Musik und Subjektivität“ und von Alessandro Bertinetto „Aesthetics of Improvisation. A Philosophy of Art“.

12.45 Uhr

Bernd Hoffmann (RJR): Die kommenden Tagungen in 2022 und 2023

Ende der Tagung 14.00 Uhr


Bildinformationen:
Das Katholisch-Soziale Institut Siegburg | Foto: Peter Heiliger