Women and Jazz: European Perspectives from Researchers and Artists is an edited volume bringing together the work of female researchers exploring the complex relationship between jazz and gender. Who are the European and Europe-based women in jazz, and do they perceive jazz as still being a male-dominated world? Women and Jazz encompasses a broad range of views and themes, including the role of women in European jazz history, their daily lives, motherhood, music education, festivals, and live performance.
This volume features interviews with 25 female European or Europe-based jazz artists, which serve as tangible illustrations of the female experience in professional jazz. This volume also sheds light on hidden gems within jazz, introducing readers to talented female artists who may have been overlooked. Readers can gain insight into inspiring stories of perseverance and creativity, as well as unique perspectives that each musician brings to the music. By reading this book, individuals can contribute to amplifying underrepresented voices in the world of jazz and promoting a more inclusive understanding of the music and society. Women and Jazz will be of interest to jazz professionals, popular music scholars, gender studies scholars, teachers, students, and anyone wanting to learn more about women’s perspectives on the field of jazz.
Women and Jazz: European Perspectives from Researchers and Artists enthält Beiträge von Wissenschaftlerinnen, die sich mit der komplexen Beziehung zwischen Jazz und Gender befassen. Wer sind die in Europa wirkenden Frauen im Jazz, und empfinden sie Jazz immer noch als eine von Männern dominierte Welt? Women and Jazz umfasst ein breites Spektrum an Ansichten und Themen, darunter die Rolle der Frauen in der europäischen Jazzgeschichte, ihr Alltag, Mutterschaft, Ausbildung, Festivals und Live-Auftritte.
Dieser editierte Sammelband enthält Interviews mit 25 europäischen oder in Europa lebenden Jazzmusikerinnen, die spannende Einblicke in inspirierende Geschichten über Ausdauer und Kreativität sowie in einzigartigen Perspektiven der Musikerinnen gewähren. Somit trägt das Buch dazu bei, unterrepräsentierte Stimmen im Jazz zu verstärken und ein integrativeres Verständnis von Musik und Gesellschaft zu fördern. Women and Jazz ist gerichtet an Jazzinteressierte, Forschende, Lehrende, Studierende und alle, die mehr über Perspektiven von Frauen im Bereich des Jazz erfahren möchten.
2) Buch: Reclam Verlag – Stefan Henz – MILES DAVIS – SOUND EINES LEBENS – 32,00 €
Miles Davis war ein Virtuose des Jazz. Ein Mann der Wandlungen, zart und hart, verletzlich und verletzend, schüchtern und arrogant. Davis verband künstlerische Integrität mit Sensibilität und verrückte die Grenzen des Jazz immer wieder neu. Sechs Mal, so meinte er auf einem Empfang im Weißen Haus, habe er die Musikgeschichte revolutioniert. Sein Album »Kind of Blue« gilt vielen als die beste Jazz-Platte aller Zeiten. Weltweit erfolgreich, mit allen Insignien von Wohlstand ausgestattet und privilegiert in der Männerwelt des Jazz, blieben rassistische Diskriminierung und die daraus resultierende Wut prägend für seine künstlerische Persönlichkeit. Stefan Hentz zeichnet Leben und Werk dieses außergewöhnlichen Musikers und Menschen so fundiert wie kenntnisreich nach.
51. Tagung Radio Jazz Research In Zusammenarbeit mit dem Lippmann & Rau-Archiv 16. – 18. April 2026, Eisenach
Jazz im politischen Leben. Zur Rezeption improvisierter Musik in Deutschland
Lippmann & Rau-Archiv, Alte Mälzerei, Palmental 1
Zum Programm
Diese Tagung wurde maßgeblich ermöglicht durch eine Kooperation mit dem in Eisenach/Thüringen ansässigen Lippmann & Rau Archiv. Gegründet im Jahr 1999 als Internationales Jazzarchiv Eisenach, führte eine enge Zusammenarbeit mit der Lippmann+Rau-Stiftung 2009 zur Umbenennung. Die Eisenacher Institution ist ein exzellentes Beispiel dafür, dass es in Archiven dieser Art nicht nur um Bewahrung und das Verstehen von Vergangenem geht, sondern genauso um die Gestaltung der kulturellen Gegenwart und um Perspektiven für die Zukunft. Das wiederum bildet einen idealen Rahmen für das, was die Tagungsüberschrift „Jazz im politischen Leben“ anreißt. Natürlich sind Struktur und Arbeit des Eisenacher Archivs ein unverzichtbares Thema der zweitägigen Zusammenkunft. Archiv-Leiter Reinhard Lorenz wird umfangreiche Einblicke geben. Umso interessanter dürfte sein, was Marie Härtling aus Darmstadt in der Gegenüberstellung über die Arbeit und die Positionierung einer weiteren Institution musikarchivarischer und -wissenschaftlicher Arbeit zu berichten weiß: dem bereits 1990 gegründeten Jazzinstitut Darmstadt, der größten öffentlich zugänglichen Jazzsammlung in Europa. Als wesentlicher Faden zieht sich die Entwicklung des Jazz in der DDR durch Vorträge und Gespräche der Thüringer Tagung. Zum generellen Einstieg spricht Peter Niedermüller über die Instrumentalisierung von Kultur und deren repressive Mechanismen in totalitären Systemen, was unweigerlich in die Jahre des Nationalsozialismus führt. Michael Rauhaut bezieht in der Auseinandersetzung mit den rigiden Steuerungsversuchen musikalischer Aktivitäten in der DDR Erfahrungen aus Pop und Rock ein, vor allem am Beispiel der (auch im deutschen Westen geschätzten und gewürdigten) Ostberliner Gruppe Silly um Sängerin Tamara Danz. Die Jazz-Entwicklung in der DDR, von den einschlägigen Staatsorganen argwöhnisch verfolgt, soll unter verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet werden. Katharina Weissenbacher konzentriert sich in ihren Erläuterungen auf eine wichtige Kernzeit: die anderthalb Jahrzehnte zwischen Mauerbau und der Ausbürgerung Wolf Biermanns (1961-1976). Ulf Drechsel berichtet vom Engagement und von dem nachhaltigen Wirken seines Vaters Karlheinz, der als Rundfunkjournalist, Publizist und Festivalkurator das Jazzgeschehen in der DDR maßgeblich begleitete und prägte – und dabei natürlich auch ins Visier der Stasi geriet. Martin Breternitz hat die Funktion der DDR-Jazzclubs untersucht, in denen Freiheiten neben dem Alltag gelebt wurden. Mit Meister-Gitarrist Uwe Kropinski, der im Zuge der Tagung auch in einem öffentlichen Konzert zu erleben sein wird, kommt ein betroffener Zeitzeuge zu Wort. Aufgewachsen in der DDR, Mitte der siebziger Jahre vom Rock zur Improvisierten Musik „konvertiert“, 1986 in die Bundesrepublik gewechselt, in den späten Neunzigern zurückgezogen in seine Geburtsstadt Berlin, hat er das künstlerische Schaffen in der DDR aus verschiedenen Perspektiven erlebt bzw. verfolgt. Den Beweggründen und Überzeugungen jener, die sich seinerzeit dem „verdächtigen“ Jazz-Schaffen von seinesgleichen auf die Fersen hefteten, ist Rüdiger Ritter nachgegangen. „Wie und warum observiert man Jazz?“ ist eine so simpel anmutende wie berechtigte Frage, deren Beantwortung auch Einiges über das Potenzial des Jazz als einer politischen Musik aussagen dürfte.
ABLAUF Donnerstag, 16. April 2026 Meeting RJR20.00 Uhr im Hotel „Thüringer Hof“,
Freitag, 17. April 2026 TAGUNG 1. Tag im Lippmann & Rau-Archiv
9.30 Uhr Peter Niedermüller: Zwischen Zensur und unterhaltender Zerstreuung Zum Umgang mit Musik in totalitären Systemen
10.30 Uhr Katharina Weissenbacher: Zwischen Jazzbrücke und Free Jazz – die Jazzszene in der DDR
11.30 Uhr Ulf Drechsel: Jazzjournalist Karlheinz Drechsel Drahtseilakt an kurzer und langer Leine der Partei
14.30 Uhr Das RJR-Porträt08: Das L&R Archiv als politische Institution Reinhard Lorenz im Gespräch mit Bernd Hoffmann
15.30 Uhr Michael Rauhut: Populäre Musik und Politik in der DDR Forschungsperspektiven, Erkenntnisse, Themenfelder
17.00 Uhr Nonkonformismus in DDR-Jazzclubs Michael Rüsenberg im Gespräch mit Martin Breternitz
51. Radio Jazz Research-Tagung: Das Thema: Jazz im politischen Leben – Zur Rezeption improvisierter Musik in Deutschland Teil 01: 1950 1990 In Kooperation mit dem Lippmann&Rau-Musikarchiv Eisenach, 16.-18. April 2026
52. Radio Jazz Research-Tagung: Das Thema: Bücher, Bücher – Begegnungen mit neuer Jazzliteratur In Kooperation mit dem Förderverein Jazz Hansestadt Lübeck e.V. Lübeck, 3. – 5. September 2026
53. Radio Jazz Research-Tagung: Das Thema: Wild Card – Freie Themenwahl In Kooperation mit dem Internationalen Jazzfestival Münster Münster, 7. – 9. Januar 2027
54. Radio Jazz Research-Tagung: Das Thema: Jazz im politischen Leben –
Zur Rezeption improvisierter Musik in Deutschland
Teil 02: 1990 – 2025 Siegburg, 2027
Parkhotel Schloss Hohenfeld, Dingbängerweg 400, 48161 Münster.
In Verbindung mit dem Internationalen Jazzfestival Münster (3.- 5. Januar 2025 im Theater Münster)
Wild Card ist ein wiederkehrendes Format, in dem der Arbeitskreis Radio Jazz Research nicht wie im Regelfall ein leitendes Thema aus verschiedenen Perspektiven ausleuchtet. In Münster bieten wir wieder einen thematisch offenen Reigen von Vorträgen, Referaten und Gesprächen. Wie in Siegburg begrüßen wir zwei Gäste zu unseren Porträt-Gesprächen.
3. Januar 2025
9.45 Uhr
Michael Rüsenberg im Gespräch mit dem Jazzforscher Walter van de Leur
10.45 Uhr
Das RJR-Porträt03
Der Festivalmacher Fritz Schmücker
Thomas Mau -Moderation-
11.45 Uhr
Marie Härtling: Die Sammlung Werner Wunderlich, eine Bestandsaufnahme
Vorgestellt von Bernd Hoffmann
14.30 Uhr
Das RJR-Porträt04
Die Saxofonistin und Bandleaderin Caroline Thon
Arne Schumacher -Moderation-
15.30 Uhr
Gerhard Putschögl:Reinterpretation/Covering: Kulturelle Aneignung in Jazz und Popularmusik – Teil II
Vorgestellt von Michael Rüsenberg
4. Januar 2025
9. 30 Uhr
Michael Rüsenberg:
Wie ich einmal – und nicht Gregor Gysi – zum Rassisten erklärt wurde
Vorgestellt von Arne Schumacher
10. 30 Uhr
Thomas Olender: Hit-Songwriting und Improvisation: Jazz aus Sicht der Tin Pan Alley
Vorgestellt von Thomas Mau
11.30 Uhr
Thomas Zoller: Kultur mit Jazz und das Pflänzchen der Vermittlung.
Hingucken in der Jetzt-Zeit, eine Standortbestimmung
Im Rahmen der 49. Radio Jazz Research-Tagung fand turnusmäßig die Wahl von Vorstand und Beirat in der Mitgliederversammlung am 3. Januar 2025 in Münster statt. In der Vorstand gewählt wurden Dr. Bernd Hoffmann, Dr. Christa Bruckner-Haring und Oliver Weindling. In den Beirat gewählt wurden Lena Jeckel und Dr. Andreas Felber.
Im Jahr 2027 findet die nächste Wahl von Vorstand und Beirat statt.
The ninth Rhythm Changes conference, Jazz Futures, will take place at the Conservatorium van Amsterdam (Amsterdam University of the Arts) from 28 to 31 August 2025, in conjunction with the University of Amsterdam and IMPRODECO (Improvised Music and Decolonisation, Utrecht University). This four-day multidisciplinary conference features keynotes, academic papers and panels and brings together researchers, writers, musicians, critics, and others interested in jazz studies.
From the moment it surfaced, jazz held a promise of progress, innovation, and novelty, embraced by modernists around the globe. At the same time, it was declared dead just a few years after it first appeared on record. With each new development and technology (from multi-tracking to AI), the nay- sayers have lamented that jazz had now taken a wrong turn, while others thought the latest direction would lead the music into a new and bright future. Neo- and retro-genres, next to fusions and crossovers, have triggered – and continue to trigger – similar debates. Jazz studies have moved with those shifting discourses, too, interrogating some of their premises but ignoring others. Inevitably, ideas about the future of jazz hold ideas about its past. At stake are the relevance and urgency of the music and, by extension, its future.
We welcome papers addressing the conference theme from multiple perspectives, including cultural studies, musicology, cultural theory, music analysis, jazz history, media studies, and practice-based research. We particularly welcome contributors who identify as women or gender diverse and from other under-represented groups and communities within jazz studies and academia more generally. Within the general theme of Jazz Futures, we have identified several sub-themes. Where relevant, please specify which sub-theme your proposal refers to.
Jazz Moves – When we play, jazz moves us. It connects us to all those who gather (and who have gathered) to make this music happen. When we move homes, cities, and countries, our music – records, CDs, instruments, bands, collaborations, gigs, our memories of music – moves with us. When jazz soundtracks our everyday lives, certain tunes force us to stop, pause, close our eyes, and just listen, focusing on something new that has grasped us or something familiar that takes us back. From insights into the experiences of displaced jazz musicians to the celebration of jazz on the dancefloor, or ‘jazz hands’ that can play, write and dance, this strand will draw together diverse explorations of how jazz moves us and how we may move with jazz.
Jazz Geographies – From migration to modernity, jazz has been shaped by multiple geographies. This strand invites papers that map the interplay of place and positionality, location and landscape, medium and movement, technologies and transport, home and homelessness, and scenes and cultures within jazz. We are interested in discussions exploring the many mythologies of place and space, especially jazz’s associations with specific cities, regions, communities, environments, venues and neighbourhoods. We also encourage contributions that consider how jazz relates to demographic changes, transformations in the spaces of global capitalism, new modes of communication, changing political geographies, the climate emergency and shifts in concepts of identity and subjectivity. Papers that problematise standard accounts of the music’s geographic meanings and question core assumptions about its past, present and future place in the world are particularly welcome.
Untold Stories and Alternate Takes – This strand invites papers that explore neglected areas of jazz scholarship. We welcome contributions that examine untold stories from various perspectives from encounters with jazz, for example, through the analysis of personal archives, explorations of contested family histories, and accounts of material interactions with music, time and place. The strand will engage with the weight of jazz history, the dominant narratives that continue to shape understandings and representations of the music and its past. What are the hidden histories and alternative pasts in jazz? How do personal encounters challenge dominant narratives? Why do apocryphal tales about jazz exist, and what does this say about the nature of the music and its cultures? Within this context, we are interested in research that offers alternate takes, disrupting and refreshing established understandings of jazz past and present.
Jazz and (De)Colonisation – This strand addresses the role of jazz in colonialism. Jazz has been a music of liberation, accompanying struggles against racism and imperialism. At the same time, it has been historically entangled with globalisation, military history, and Cold War diplomacy. This strand invites papers with a focus on jazz in the Global South, its role in the consolidation of colonial power as well as in anti-colonial independence movements, and processes of decolonisation and (post)colonial diasporas. Further, it invites critical reflections on jazz in Europe and the emergence of ‘free’ or ‘non-idiomatic’ improvisation. This strand hopes to inspire new reflections on global jazz studies, questions of race and racism, and critical musicological theories of improvisation.
From Jazz to JAIzz – Technology and the creative exploitation of technological innovation have always been important to jazz. Indeed, the history of this music and sonic technologies have often effectively developed alongside one another, unpickably interwoven even: from the Edison roll in early jazz to shifts in vocal and musical intimacy via microphone innovations in the 1920s and 1930s or from the inclusion in the sonic palette of synthesised sounds in the 1970s to more recent explorations of computer-based music-making in electro-acoustic realms. Jazz has always been generative (discuss). This strand invites contributions which consider technological innovations or resistances in jazz creativity and is particularly interested in papers that employ or interrogate the potential of machine-generated techniques. What is the current and future role of AI in generative or improvisatory practice?
Further information
Please submit your proposal (max. 250 words), including a short biography (max. 50 words) and institutional affiliation, as a Word document to Loes Rusch and Walter van de Leur (Conference directors): rhythmchanges@ahk.nl. Papers are 20 minutes long (with a 5-minute Q&A); panels contain three papers.
The deadline for proposals is 28 February 2025; we will communicate outcomes to authors by mid- April 2025. The conference committee comprises Christa Bruckner-Haring, Nicholas Gebhardt, Reïnda Hullij, George McKay, Sarah Raine, Loes Rusch, Walter van de Leur, and Tony Whyton.
Jazz Futures is hosted by the Conservatorium van Amsterdam. The conference continues to build on the legacy of the research project Rhythm Changes: Jazz Cultures and European Identities(2010– 2013), funded as part of the Humanities in the European Research Area (HERA) Joint Research Programme. In the spirit of Rhythm Changes, the project team continues to develop networking opportunities and champion collaborative research in transnational jazz studies.
Financial support
In all our past conferences, we have supported early career delegates to cover some of their expenses. While our resources are modest, we invite applicants – specifically those from the aforementioned under-represented groups – to indicate whether they need support. As before, we will try to assist where possible.
Updates on the conference will be available on the Rhythm Changes website and Facebook.
Deutsche Jazzunion startet Kampagne „Jazz und Improvisierte Musik im öffentlich-rechtlichen Rundfunk erhalten“
+++ Deutsche Jazzunion informiert über Rundfunkreform und drohende Auswirkungen auf Jazz und Improvisierte Musik in Deutschland +++ Forderungen u.a.: Keine Kürzungen, Erhalt pluralistischer Stimmen und Abbildung der Vielfalt der Musik +++ Kampagne mit Statements namhafter Akteurinnen und Akteuren gestartet
Berlin, 31. Juli 2024 | Im Herbst 2023 hat die ARD ihre Pläne zur Rundfunkreform vorgestellt. Seitdem ist klar, dass nach dem aktuell stattfindenden ARD Radiofestival die Abendstrecken der Kulturwellen zusammengelegt werden.
Im Mai 2024 hat die ARD den Aufbau der digitalen Plattform ARD Jazz, äquivalent zu ARD Klassik verkündet. Die Inhalte dieser sollen aktuell durch die Jazzredaktionen der Rundfunkanstalten konzipiert werden. Es stellt sich die Frage, ob es mit ARD Jazz eine reine Mediathek des stark gekürzten linearen Angebots oder ob es eigene, journalistisch fundierte und musikalisch breit aufgestellte digitale Formate geben wird.
Es droht der Verlust der Abbildung der regionalen und musikalischen Vielfalt, womit ein insbesondere zu politischen Zeiten wie jetzt so wichtiger Raum für eine pluralistische (Ab-) Bildung wegfallen würde.
Entsprechend fordert die Deutsche Jazzunion von den Entscheidungsträger*innen der Rundfunkanstalten:
- Keine Kürzung des Jazzbudgets, das heißt auch: Keine Kürzungen der Produktions- und Mitschnittbudgets bei den Landesanstalten.
- Keine Kürzungen der Programmvielfalt bei der Transformation vom Linearen ins Digitale.
- Eigene, journalistisch fundierte und die breite der Musik abbildende digitale Formate.
- Abbildung regionaler und musikalischer Vielfalt.
- Langfristig gesicherte journalistische Fachexpertise innerhalb aller Sendeanstalten.
- Erhalt der rundfunkeigenen Big Bands.
Die Strukturen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, die pluralistischen Stimmen und damit auch die Vielfalt unserer Musik, dürfen nicht weiter gekürzt werden!
Um die enorme Wichtigkeit und Bedeutung des ÖRR für Jazz und Improvisierte Musik in Deutschland zu unterstreichen, startet die Deutsche Jazzunion eine Social Media Kampagne, in welcher in den kommenden Wochen Statements namhafter Jazzmusiker*innen veröffentlicht werden.
Über die Deutsche Jazzunion Die Deutsche Jazzunion tritt seit 1973 als Berufs- und Interessenvertretung auf Bundesebene für die Belange der professionellen Jazzszene in Deutschland ein. Zu den zentralen Zielen der Deutschen Jazzunion gehören eine verbesserte Präsenz und Wahrnehmung des Jazz in Deutschland sowie eine funktionsfähige Infrastruktur, in der Musiker*innen leben, arbeiten und kreativ sein können. www.deutsche-jazzunion.de
Jazz in den europäischen Medien. Historische Betrachtungen und aktuelle Strömungen Bad Goisern, Goiserer Mühle 24.- 26. April 2024
In ihrer 47. Arbeitstagung in Bad Goisern fokussierte die Arbeitsgruppe Radio Jazz Research ihr Thema auf die Beziehungen zwischen Jazz und den Medien Hörfunk und TV, eine zweitägiges Meeting im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas (Salzkammergut 2024), maßgeblich unterstützt von den Jazzfreunden Bad Ischl und ihrem vitalen Konzertprogramm.
Schon bei der ersten Präsentation, in der die Amsterdamer Medienwissenschaftlerin Carolyn Birdsall von ihren Recherchen in europäischen Rundfunkarchiven aus den Jahren 1930-1940 berichtete, spielte das Thema der Speicherung und Bewahrung von Sendematerial, konkret der Aufzeichnung von Musik im Allgemeinen und von Jazz nur eine untergeordnete Rolle. Dennoch klang schon an dieser Stelle sehr deutlich eine Grundüberzeugung durch, die im Grunde genommen in allen Beiträgen der Tagung in jeweils modifizierter Form formuliert wurde: Die Arbeit an der Geschichte der Wechselbeziehungen zwischen dem Rundfunk und einer künstlerisch inspirierten Form von Musik wie dem Jazz ist Arbeit an einem aufgeklärten Selbstverständnis der europäischen Gesellschaften zu ihrer Vergangenheit und also zu sich selbst.
Die zentrale Bedeutung einzelner Protagonisten für die weltweite Verbreitung des Jazz unterstreicht die Arbeit des Historikers und Musikwissenschaftlers Rüdiger Ritter, der den medialen Marketing-Strategien und der Wirkung der Arbeit des legendären US-Radio-DJ Willis Conover nachforscht. Conover hatte von 1955 bis kurz vor seinem Tod 1996 in einem Strauß von Hörfunksendungen auf dem US-amerikanischen Auslandssender „Voice of America“ die frohe Botschaft des Jazz in die Welt getragen und ganz besonders in die Teile der Welt, die hinter dem Eisernen Vorhang lagen. Conover transportierte nicht nur amerikanischen Jazz in den sogenannten Ostblock, sondern baute bei seinen Festivalbesuchen in Polen und der Tschechoslowakei, in Ungarn und der Sowjetunion mit seinem Interesse an der dort entstehenden Jazzmusik eine Rückkopplungsschleife auf, die den Jazz vor Ort in das internationale Programm hob und damit wiederum die lokalen Szenen bestärkte.
Drei Referenten, der Jazz- und Medienforscher und frühere WDR Jazzredakteur Dr. Bernd Hoffmann, Tim Wall, Professor of Radio and Popular Music Studies aus Birmingham und Dr. Andreas Felber, aktueller Jazzredakteur bei Ö1 in Wien, thematisierten die Bedeutung der Vermittlungsarbeit öffentlicher Rundfunkanstalten für die jeweiligen Jazzszenen in Deutschland, Österreich und Großbritannien: Hoffmann stellte in seinem Vortrag sechs Fernseh-Sendereihen der 1950er- und 1960er-Jahre aus dem Sendeverbund der ARD (von HR, NDR, SWF, SFB, RB und WDR) vor und analysierte die thematisch sehr unterschiedlichen journalistischen und künstlerischen Profile in der Darstellung improvisierten Musik. Die Häufigkeit ausgestrahlter Ausgaben wie „Jazz – gehört und gesehen“, „Jazz für junge Leute“ oder die „Notizen aus der Jazz-Werkstatt“ überrascht, zwischen 1955-1966 wurden über 122 Fernsehproduktionen gesendet. Tim Wall skizzierte die Entwicklung der Jazzrezeption in Großbritannien anhand der verschiedenen Zielgruppen zugeordneten Programmschienen der zentralisierten Radio- und Fernsehanstalt BBC und bezog auch die inhaltliche Arbeit des legendäre Fernsehprogramms „Jazz 625“(1964-1966) mit ein. Wie bei Hoffmann überwiegen bei „Jazz 625“ die Sendungen mit nationalem Modern Jazz, in ihrer Anzahl direkt gefolgt von den neotraditionell spielenden Ensembles. Andreas Felber unterstrich schließlich die noch immer erfreulich stabile Entwicklung des Programmsegments Jazz in der Kulturwelle Ö1 (Hörfunk ORF) und verwies in diesem Zusammenhang auf die hohe Akzeptanz der Arbeit der Ö1-Jazzredaktion in der österreichischen Szene, die sich bisher bei auch hierzulande gelegentlich auftretenden Impulsen, den Umfang dieser Form von zeitgenössischer Kulturarbeit und Gegenwartsreflexion weiter einzudämmen, als Schutzwall mobilisieren ließ. Den entscheidenden Beitrag zur Resilienz dieses Programms muss man auch hier in der historischen Reihe handelnder Protagonisten u.a. von Moderator Walter Richard Langer oder dem früheren Ö1-Jazzredakteur Herbert Uhlir suchen .
Einen Seitenblick in eine andere Medienwelt lieferte zum Abschluss der Tagung die Podcasterin Tara Minton aus London, die zusammen mit ihrem Co-Host Rob Cope in radikaler Selbstausbeutung im Do-it-yourself-Verfahren einen Podcast hostet und betreibt. „The Jazz Podcast“ ist ein Gesprächspodcast, der, vertrauend darauf, dass es den beiden Hosts als Musiker:innen gelingen wird, Nähe zu ihren Gästen und einen spannenden Gesprächsverlauf aufzubauen, ohne große theoretische und ästhetische Umschweife (und gelegentlich auch ohne Musik) technisch weitgehend unbearbeitete Gespräche mit Musikern präsentiert. Ein Gegenpol zu dem journalistischen Professionalismus all der anderen Darbietungen, die bei dieser Tagung Thema waren: schnell, direkt, enthusiastisch. Und damit nähert sich „The Jazz Podcast“ ungewollt dem Rekurs europäischer Jazzszenen der frühen Nachkriegsjahre, interessiert am Tun und unbekümmert um den Stand der Diskurse.
12.-14. September 2024 Siegburg, Abtei Michaelsberg, Bergstr. 26
Gruppenbild Abtei Michaelsberg, 14. September 2024.
Der Bericht von Oliver Weindling (RJR London) zur Tagung „Radio Jazz – Gegenwart und Zukunft“ 12.-14. September 2024 _____________________________________________________________________
The main thread running through the 48th meeting was the change in the programming of the culture broadcasting channels on German public radio ARD and its effects. Starting on 23 September, these changes, some of them still not fully publicised at the time of the RJR meeting, also include changes in jazz programming. Although jazz is still presented in different ways, it actually will be less diverse in several respects, among them the sheer spectrum of choice of topics, regional aspects and a broad spectrum of opinion.
There will definitely be less jazz expertise and individual experience in the regional radio stations of ARD. There’ll also be less space for specialist jazz journalists and producers. Two nights of the week, the same jazz programme will be broadcast on all stations, instead of each having their own local output. This will reduce the scope and budgets for the regional stations to adapt to their own regions’ music offerings. Audiences may not realise the extent of this effect, being just satisfied that at least there is still some jazz to be heard most evenings.
The discussions didn’t just focus on the impact of these changes. We also started considering how this might be compensated for. As an alternative to the new ‘concept’ there might be more attention on jazz being heard and promoted beyond traditional media, such as through new radio stations and online. There’s an interesting bid in Berlin, one of Germany’s jazz capitals, for a new radio station that would be open to all kinds of forms and cooperations. One route – and vision - suggested would be to have jazz presented with equal weight as pop and rock. This has been done to an extent on BBC 6 Music. FIP, a station of Radio France, has in particular a well-curated programme doing this. France Musique and FIP have specialist internet programming for jazz.
Podcasts, as we had discussed at our previous meeting in Bad Goisern, may still have relatively limited ability to push awareness. ARD has talked about plans for jazz podcasts but they still have to come up with actual offerings. It seems disappointing that ARD has not been more imaginative in adapting its programming. FM/DAB listenership figures seem to show decline, especially among younger generations. However that’s not necessarily a reason for jazz programming to be cut, as the ARD is obliged to cultural diversity and to offer programmes for special interests. Also, even with a smaller community of listeners, jazz shows are effective in several ways, not the least in supporting the live sector. So, one has to fight for it to continue.
The musician-led Deutsche Jazzunion is actively fighting the changes, with some effect. It has put together strong evidence that the public radio support to jazz is essential and should not be cut in its regionality and diversity. Among the reasons is the promotion and the recording of live concerts and the production of studio recordings. Given the importance of public radio commissioning, and the broadcast of live gigs and regional festivals, a reduction in producing and broadcasting own recordings will be quite a blow. It would be a thread for the support of musicians trying to get their music presented, recorded and heard. The sheer fact of reduced regional programming will affect clubs and initiatives who rely on the promotion of their activities through public radio. Another downside of this development would be the loss of training opportunities for producers or sound engineers.
In the long run there might also be an effect on the existence of the prestigious jazz big bands of the ARD. For now, though, the main full time big bands, such as at WDR, seem safe. Jazz producer and journalist Jörg Heyd who is closely connected to the WDR Big Band offered interesting insights in the organisation, the working process and the status of the WDR Big Band. Saxophonist Marcus Bartelt, who’s also playing with big bands on and off, pointed out that, for example, had it not been for WDR support at its outset, an ensemble like the Cologne Contemporary Jazz Orchestra probably would not be around now. (It’s funded directly by NRW and other foundations.)
Andreas Felber, head of jazz at ORF, the radio institution of Austria, explained that he’s still able to have a wide ranging schedule although he has to always have a keen eye on how things develop at ORF regarding jazz. He was part of a group that discussed the importance of archiving. The highly-experienced archiving specialist Andreas Kisters (Radio Bremen) gave us some ideas about the challenges of keeping up with the digitalization without losing quality, the importance of precise data and research and the discussions within radio stations but also among the several institutions that make up the ARD. The archives of the ARD contain a wealth of historically profound recordings, some of them getting wider attention with official album releases. Oliver Weindling, from London, confirmed that the live club Vortex has a small archive of live recordings, while the live club Cafe Oto actually has a full archive. Pizza Express club in Soho has started its own label. The Vortex had had initial discussions with a new internet radio, One.Jazz, spun off by two professionals from JazzFM and an outside contractor of jazz programmes for the BBC, about broadcasting live gigs.
These discussions were interspersed with intriguing interviews with musicians as well as heads of jazz festivals from outside Germany. These also included some indications as to where things might go.
Paul Zauner from the Inntöne Festival in Austria and Urs Röllin from the Schaffhausen Festival in Switzerland talked about the impressive history of their very different festivals and their personal attitudes and experiences, How they started and developed their specific identities, the former by just looking hard, asking trusted colleagues for suggestions, and following his passion and instincts, the latter by concentrating on Swiss musicians and projects. Schaffhausen is now streaming its gigs, even generating some additional income for bands. Inntöne stays away from projects like that but is open for cooperation such as with the ORF.
The Siegburg meeting presented the first of, hopefully many, editions of “Das RJR-Porträt”: extensive interviews with musicians. Annette Maye talked about how she set her identity as a “jazz and more” clarinettist and as initiator of the Multiphonics Festival in Cologne. She’s a great example of a musician with a broad stylistical horizon. This you find in her several groups and activities as a working musician as well in the programming of her festival which is more or less built around a special spotlight on clarinet music. Stephanie Wagner explained why and how she concentrated on the flute, switching from classical music to jazz and finding her way into being a working musician who leads her own bands and is always open for collaborations. She’s a teacher as well and an author of a tutorial publication for the instrument. Part of her portrait included two amazing short performances including loop effects. Fascinating how both have succeeded with instruments that are often just second instruments for saxophonists.
RJR at Siegburg was a rich get-together in the great atmosphere of the Abbey. It actually left everybody with not just the Blues regarding the development of cultural public radio in Germany but also with a hint of hope that there’s a perspective – even if the ARD sticks to its plans.
OLIVER WEINDLING, LONDON
Programm – Ablauf:
Do. 12. September 19.30 Meeting: Abendessen Restaurant Milanobar
Fr. 13. September:
Tagungsbeginn: 9.15 Uhr
Begrüßung: Dr. Bernd Hoffmann und Arne Schumacher (Moderation)
Die Klarinettistin und Festivalmacherin Annette Maye
15.30 Uhr
Die Festivals und ihre medialen Präsentationen
Ulf Drechsel (Moderation)
Urs Röllin (Schaffhauser Festival) / Paul Zauner (InnTöne)
16.30 Uhr
In a sentimental mood – zur Stimmungslage der ARD Klangkörper
Arne Schumacher (Moderation)
Jörg Heyd (freier Journalist)
17.30 Uhr
Bernd Hoffmann
Radio Jazz Research: Mitglieder-Informationen
14. September:
9.00 Uhr
Das Jazzradio: Information, Inspiration, Interaktion
Ulf Drechsel (Moderation)
Annette Maye (Klarinette, Bandleaderin) / Marcus Bartelt (Saxophon, Bandleader)
10.00 Uhr
Das RJR-Porträt02
Bernd Hoffmann (Moderation)
Die Flötistin und Bandleaderin Stephanie Wagner
11.00Uhr
Podiumsdiskussion: War es das?
Bernd Hoffmann (Moderation)
Ulf Drechsel (RJR), Camille Buscot (DJU), Arne Schumacher (RJR), Stephanie Wagner (Musikerin), Oliver Weindling (RJR)
Tagungsende 13.00 Uhr
48.RJR-Tagung: Radio Jazz – Gegenwart und Zukunft
Neue Perspektiven bringen neue Präsentationsweisen hervor, und so wird es auch bei der 48. Tagung der Arbeitsgruppe Radio Jazz Research (RJR) sein. War im April 2024 die mediale Repräsentanz des Jazz vorrangig aus der Perspektive seiner historischen Entwicklung aufbereitet worden, so wählt Radio Jazz Research für die kommende 48. Tagung für das Verhältnisses von Jazz und Rundfunk eine eher ungewohnte Perspektive: Es ist der Versuch, aus einer Sichtung der Gegenwart einen Blick in die Zukunft zu werfen. Wo bei der letzten 47. Ausgabe in Bad Goisern Einzelvorträge den Diskurs anstießen und lenkten, steht bei der RJR-Tagung in Siegburg der Versuch, verschiedener Sichtweisen des Mediums Rundfunk in Form von Paneldiskussionen zu umreißen. Neu sind auch die kurzen Einzelportraits von zwei Musikerinnen, die RJR-Portraits, bei denen neben biographischer Information und ästhetischer Analyse auch die Sinnlichkeit von deren eigentlicher, musikalischer Arbeit zur Geltung kommen wird, sind die zweite – und unbedingt auch auf zukünftige Tagungen zu übertragende – Besonderheit dieser Tagung. In Siegburg wird Ulf Drechsel, ehemaliger Jazzredakteur des rbb), die Kölner Klarinettistin Annette Maye präsentieren, und Bernd Hoffmann öffnet ein Fenster zu der Flötistin Stephanie Wagner und ihrer Musik. In Anbetracht der sich rasant fortentwickelnden, aktuellen Diskussionen um Reformen des Gefüges des öffentlichen Rundfunks, ist es kaum zu vermeiden, den aktuellen Stand der Bestrebungen zur „Reform“ der öffentlich-rechtlichen Rundfunksystems in Deutschland zu einem Punkt des Tagungsprogramms zu machen. Zum erklärten Programm der Leitungsetagen der in der ARD zusammengeschlossenen Anstalten gehört es, in möglichst vielen Themenbereichen, die Zahl parallel arbeitenden Fachredaktionen drastisch zu reduzieren. Der Jazz ist in dieser Hinsicht nur eines von vielen Themen, allerdings eines, für dessen Lebensfähigkeit die Kooperation mit den Jazzredaktionen für RJR von besonderer Bedeutung ist: Weniger Programmstunden zum Thema Jazz bedeutet weniger eigene Musikproduktionen, weniger eigene Klangkörper, weniger Förderung für regionale Musiker. Weniger ästhetische Bandbreite und Tiefgang. Eine Verödung des Diskurses steht zu befürchten. So dient das Gespräch von Bernd Hoffmann (Jazzforscher und ehemaliger Jazzredakteur WDR) mit Ulf Drechsel, und dem Hamburger Autoren Stefan Hentz über den aktuellen Stand der Dinge als die Achse, um die herum sich Gespräche zu verschiedenen Handlungsfeldern der Kooperation zwischen Jazz und dem Medium Rundfunk gruppieren. Einen ersten Einstieg ins Thema bietet mit Das Jazz-Radio der Zukunft, einen Gesprächsrunde, in der der WDR-Moderator Thomas Mau, die Hamburger Tonmeisterin Tamara Bendig, der Gießener Musikjournalist Hans-Jürgen Linke und Arne Schumacher versuchen, einige Dimensionen des aktuellen Bildes in die Zukunft zu extrapolieren. In der Gesprächsrunde Jazz und seine mediale Vergänglichkeit kommt Arne Schumacher, freier Musikjournalist langjähriger Redakteur bei Radio Bremen, mit Oliver Weindling (Jazzclub Vortex, London), Stefan Hentz, Andreas Felber (Jazzredakteur von Ö1) und Andreas Kisters (Archivar RB) auf jazzhistorische Schätze zu sprechen, die sich über die Jahrzehnte in den Archiven der ARD-Anstalten angesammelt haben, von denen einige so nach und nach wieder an das Licht der interessierten Öffentlichkeit kommen. Generell stellt sich die Frage: Wie ist der Zugang zu den jazzhistorischen Quellen in den Archiven der ARD? Weitere Aspekte der anstehenden Veränderungen der Jazzpräsentation im Radio erörtert Ulf Drechsel im Gespräch «Die Festivals und ihre medialen Präsentationen» mit Urs Röllin (Schaffhausen Festival) und Paul Zauner (InnTöne) den Kuratoren zweier der wichtigsten Festivals direkt hinter den deutschen Grenzpfosten. Arne Schumacher befragt den mit dem Innenleben der WDR-Big Band wohlvertrauten Kölner Jazzjournalisten Jörg Heyd unter dem sprechenden Titel In a Sentimental Mood – zur Stimmungslage der ARD Klangkörper, und Ulf Drechsel hält in der Gesprächsrunde Das Jazzradio: Information, Inspiration, Interaktion, einem Dreiergespräch mit Annette Maye und dem Saxofonisten Marcus Bartelt, Ausschau nach frischen Bestrebungen, jenseits des Einzugsbereichs der öffentlich-rechtlichen Anstalten, respektables Jazz-Radio auf der Höhe der Zeit zu ermöglichen. Den Reigen der Gespräche rundet schließlich die Podiumsdiskussion War es das? ab, in der Bernd Hoffmann mit der Geschäftsführerin der Deutschen Jazzunion, Camille Buscot, der Flötistin Stephanie Wagner, sowie den RJR-Mitgliedern Ulf Drechsel, Arne Schumacher und Oliver Weindling die Ergebnisse dieser 48. RJR-Tagung zusammenfasst und Perspektiven für kommende Radio Jazz Research-Tagungen entwickelt.
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