52. Tagung Radio Jazz Research Perspektive Jazz-Forschung 3. – 5. September 2026 Lübeck

Foto: Jens Junge

52. Tagung Radio Jazz Research

In Zusammenarbeit mit dem Förderverein Jazz Hansestadt Lübeck e.V.


3. – 5. September 2026  Lübeck

„Perspektive: Jazz-Forschung“

Hotel Park Inn, Willy-Brandt-Allee 1-5 + Diele, Meng-Str. 41-43, 23554 Lübeck

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PROGRAMM

Versuch einer Bestandsaufnahme und ein Blick in die Zukunft unter der Prämisse der New Jazz Studies.

Mit den New Jazz Studies, die sich im Zuge der 1990er Jahre in den USA zu entwickeln begannen, etablierte sich ein neuer Ansatz in der Jazzforschung. Wichtiger Aspekt war ein verändertes, wesentlich erweitertes Verständnis der Jazzgeschichtsschreibung. Zudem entstand ein neues Bewusstsein für eine möglichst vorurteilsfreie Einbeziehung von verschiedenen Disziplinen (Studies), Menschen (Gender, Race, Class) und Regionen (vgl. Jazz-Diaspora). Die New Jazz Studies fanden in der Folge auch in Europa zunehmend Resonanz.

Die 52. Tagung von Radio Jazz Research bietet verschiedene Ansätze zum Verstehen dieser New Jazz Studies und möchte diese Ansätze auf unterschiedliche Weise reflektieren.

Donnerstag, 3. September 2026:

19.30 Uhr Meeting Hotel Park Inn, Willy-Brandt-Allee 1-5

Freitag, 4. September 2026  Hotel Park Inn

9.30 Uhr     

Tim Wall (Birmingham):

The BBC Road to British Mainstream Jazz 1945 to 1960

Moderation: Arne Schumacher

This presentation looks at the BBC’s postwar attempts to programme for British jazz fans increasingly divided between those championing the revival of older styles and those pushing ahead with the new. The solutions included different types of jazz on different stations, different programme formats and, ultimately, the development of a ‘mainstream jazz’. The idea of a main current flowing through the history of jazz becomes ubiquitous in transatlantic jazz discourse, but also has important institutional implications for the corporation. In part, the BBC sought to unite jazz fans in order to maximise its audiences for such minority programmes, but they also captured a British movement led by revival jazz trumpeter Humphrey Lyttelton, who became the voice of BBC jazz as the most featured presenter. 

This allows us to better understand the new BBC stations, the key staff who developed jazz programmes, and the programme formats and the musicians they featured. Programmes include Kings of Jazz (1945 to 1946), Jazz Club(1947 to 1974), Jazz for Moderns (1950 to 1957), Let’s Settle for Music (1952 to 1958), Jazz Session (1957 to 1964), Chris Barber Bandbox (1958), Music in the Modern Manner (1958 to 1959).

10.30 Uhr 

Frédéric Döhl (Hamburg):

Jazz 1959. Kleine und große Geschichten aus einem goldenen Jahr

Moderation: Michael Rüsenberg

Die dümmste Einlassung zum Jazzjahr 1959 stammt von Nicholas Payton: „Jazz ist tot. Er starb 1959 und kommt nie wieder!“. Die intelligenteste, eleganteste bietet Frédéric Döhl mit seinem an Erkenntnissen prallvollen Buch unter dem harmlosen Titel „Jazz 1959. Kleine und große Geschichten aus einem goldenen Jahr“ (300 S., Transcript Verlag, 2024, als PDF-Download kostenlos). Nicht nur debattiert er die Großen Acht von 1959 („Kind of Blue“, „Giant Steps“, „The Shape Of Jazz To Come“, „Time Out“ u.a.), er hat auf Spotify eine Playlist mit 163 Stücken aus 800 Alben jenes Jahres hinterlegt. Döhl führt die unter-theoretisierte deutsche Jazzwelt zugleich ein in die Frage „Was ist ein Genre?“ und in die New Jazz Studies. Frédéric Döhl, 48, ist promovierter und habilitierter Musikwissenschaftler sowie Dr. jur., im Hauptberuf Strategiereferent der Deutschen Nationalbibliothek. Jüngst hat er eine Honorarprofessur am Marburg Center for Digital Culture and Infrastructure (MCDCI) übernommen.

11.30  Uhr

Gaja von Sychowski (Lübeck):
JazzGender & (MusikHoch)Schule – 

TextArt als eine neue Jazz-Impro-Praxis

Moderation: Peter Ortmann

An der Lübecker Musikhochschule (MHL) ist Jazz/Rock/Pop in die pädagogischen Studiengänge integriert. Die Studierenden sprechen Jazz/Rock/Pop (oder andere Stilistiken) als ihre Muttersprachen. Philosophie ist nicht ihre Mother Tongue. Sie haben in der Lehrkräftebildung aber auch die Aufgabe, eine Haltung zu Gender, Woke, Democracy & Humanity zu entwickeln. Für die Allgemeine Pädagogin an der MHL ergibt sich in diesem Kontext die Frage: How to do Reflexion with Musical Natives? Wie bringe ich Jazzer_innen dazu, sich mit Erziehungs- und Bildungsphilosophie zu befassen? Der Weg heißt: Doing Philosophy in Musicking (siehe C. Small 1998). Wie geht das? Sie werden es hören.

14.30 Uhr              

Ádám Havas (Madrid):

Diasporic Jazz

Moderation: Michael Rüsenberg

„Diasporic Jazz“ oder auch „Jazz Diaspora“ – in diesen oder auch anderen Wortlauten sickert mehr und mehr ein Begriff in die Alltagkommunikation über Jazz. Was ist damit gemeint? US-Jazzmusiker, die sich in Europa niedergelassen haben? Der „schwarze“ Jazz? „Der Jazz wurde nicht ‚erfunden‘ und dann exportiert: Er wurde erfunden, während er sich verbreitete“, so lautet der meistzitierte Satz in einem Band, der die Vielstimmigkeit zum Thema sammelt – und ganz anders auffächert, als der Titel verrät: «The Routledge Companion to Diasporic Jazz Studies“.

Der Satz stammt von Bruce Johnson; er ist ebenso wie Ádám Havas Co-Herausgeber dieser Anthologie. Letzterer schreibt dort z.B. über die Mühelosigkeit, mit der Gypsy/Romani-Musiker in den 50ern in den Bebop konvertierten. Ádám Havas ist Soziologe, geboren in Ungarn, er war Gastwissenschaftler am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen, 2025 wechselte er an die soziologische Fakultät der Universität Barcelona.

15.30 Uhr

André Doehring (Graz):

Versuche, die Jazz-Charts im „Jazz Echo“ zu verstehen, oder:

Auf dem Weg zu einer Jazzhistoriographie der jüngeren Vergangenheit

Moderation: Arne Schumacher

Jazzgeschichte, so hat es Scott DeVeaux (1997) formuliert, ist zugleich eine Quelle und ein Prisma der jazzmusikalischen Gegenwart. Je farbenreicher sich diese Gegenwart darstellt, umso mehr sollte die Geschichte des Jazz ihr Zustandekommen erklären können. Daher schaue ich mir mit Studierenden in meiner Jazzgeschichtsvorlesung jeweils zum Start des Semesters die aktuellen Jazz-Alben-Charts an, wie sie in Jazz Echo auf Basis von Daten durch die GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) erhoben worden sind. Jazzcharts wurden in der Jazzgeschichte meist verdeckt, und so sind die Studierenden stets verblüfft darüber, welche Alben sie hier versammelt sehen, welche Alben ihrer Meinung nach fehlen, und sie fragen sich, was diese Zusammenstellung über den aktuellen Status des Jazz aussagen kann. Grundsätzlich scheint (nicht nur) ihnen eine jazzhistorische Idee zu fehlen, die diese äußerst bunte Mischung verständlich macht.

Der Vortrag wird zunächst empirisch das Chartgeschehen der letzten fünf Jahre (2021-2026) dokumentieren und analysieren. Zusammengefasst sehen wir eine – im Jazzfeld durch erwartbare – Dominanz US-amerikanischen Jazz, männlicher Musiker und von Musik auf Major Labels. Bemerkenswert sind aber die Durchdringung der aktuellen Charts mit älteren Jazzalben, mit hybriden Genres sowie ein Einfluss von europäischen Independent Labels.

Im zweiten Teil werde ich für eine jazzhistorische Integration dieser Charts (und ähnlicher weltweit) plädieren. Anstatt diese Charts wie bisher für jazzgeschichtliche Untersuchungen abzutun oder zu ignorieren, sollten wir sie als Testfall für die Entwicklung adäquater jazzhistorischer Narrative der jüngeren Vergangenheit verstehen, die uns die jazzmusikalische Gegenwart in ihrer Vielfarbigkeit verstehen helfen.

16.30 Uhr

Walter van de Leur (Amsterdam):

No Future: Is Jazz Dead?

Moderation: Michael Rüsenberg

Jazz, once a progressive, forward-looking culture with the optimistic promise of growth and innovation, has partly evolved into one drenched in melancholia. Central to that melancholia is the idea that the music’s high point lies somewhere in the past (for some, over sixty years ago, with 1959 as the greatest year in jazz), leaving fans suffering from a golden age syndrome. Historical criteria tend to shape the music’s aesthetics. Fans and critics often judge works against the standards of that hallowed tradition. Consequently, the music’s past and its deceased icons have come to haunt the present. Up-and-coming musicians are typically asked to identify their influences and are wise to pay lavish respect to their long-deceased predecessors. In addition, productions that celebrate jazz’s history (films, biopics, documentaries, commemorations, statues, and plaques) – despite their undoubtedly good intentions – all too often push racist, heteronormative, and sexist agendas. 

This paper examines the often-asked question ‘Is jazz dead?’ to show that it is fundamentally political and therefore far from neutral. After all, ideas about jazz’s glorious past, its presumed death, and the ensuing resurrection myths tend to be loaded with ideologies about who owns the music and therefore gets to decide who is relevant and who isn’t.

Sonnabend, 5. September 2026  Diele, Meng-Str. 41-43

9.30 Uhr  

Stefan Hentz (Hamburg):

„Miles Davis – Sound eines Lebens“ (Reclam-Verlag 2026)

Der Autor im Gespräch mit Hans-Jürgen Linke 

10.30 Uhr  

Fabian Bade / Willem Strank (Lübeck):

50 Years At The Opera.

Zum 50sten Jubiläum von „A Night at the Opera“, dem Album von Queen

Moderation: Arne Schumacher

Am 21. November 2025 jährte sich die Veröffentlichung des Albums „A Night at the Opera“ von der englischen Rock-Band Queen zum 50. Mal. Interessanterweise liegen im Vergleich zu anderen berühmten und zentralen Bands des 20. Jahrhunderts (Beatles, Rolling Stones etc.) bisher kaum wissenschaftliche Publikationen zu Queen vor. Die populären sind ausschließlich für den eingefleischten Fan gemacht und lassen den tieferen Einblick in der Regel vermissen. Der Vortrag – und eine spätere Publikation – will die Lücke schließen, indem fundierte Beiträge mit Storytelling- und Interview-Versatzstücken sowie Track-by-Track-Analysen kombiniert werden und so gleichzeitig Fachleute, Sammler und Fans zur Zielgruppe werden können. Dabei geht es auch um die bunte Rezeptionsgeschichte des Albums und seines berühmtesten Tracks „Bohemian Rhapsody“, etwa in dem Queen-Biopic oder in zyklisch wiederkehrenden SocialMedia-Trends.

11.30 Uhr   

Podiumsdiskussion: Ausblick der Tagung
mit André Doehring, Ádám Havas, Michael Krzeminski und Walter van de Leur.

Key Note: André Doehring

Moderation: Michael Rüsenberg

Die New Jazz Studies entstanden aus Kritik des Gegenstands ‚Jazz‘, seiner Kanon-Kritik sowie poststrukturalistischer und postkolonialer Institutionen-Kritik. Dies führte zur Erweiterung des Untersuchungsfelds (inkl. für Radio Jazz Research relevanter Untersuchungen zu den Medien des Jazz) sowie zum Prinzip der vorurteilsfreien Einbeziehung vieler beteiligter Disziplinen (Studies), Menschen (Gender, Race, Class) und Regionen (vgl. Jazz Diaspora-Konzept). Führt(e) manches nicht mitunter zu neuen Verwerfungen (etwa die Forderung, alle Jazzinstitute in Black American Music Institutes umzubenennen)? Benötigt es momentan ein Innehalten und Neujustieren in einer äußerst angespannten politischen Lage, in der viele dieser Themen oft kritisch bis abweisend gesehen werden?

Was kann insbesondere Radio Jazz Research von dieser Debatte mitnehmen?

Ende der Tagung: 13.00 Uhr

Wir bedanken uns bei der

Die Tagung wird finanziell ermöglicht durch eine Förderung der Lübecker Possehl-Stiftung – herzlichen Dank!

Die Tagung wird finanziell unterstützt durch den Förderverein Jazz der Hansestadt Lübeck – herzlichen Dank!

RHYTHM CHANGES TEN: INTERNATIONAL JAZZ RESEARCH CONFERENCE APRIL 2027

Birmingham, UK 2027Thursday 8 – Sunday 11 April 2027

The tenth Rhythm Changes conference will take place at the Royal Birmingham Conservatoire (RBC), UK, from 8 to 11 April 2027. This four-day multidisciplinary conference features keynotes, academic papers, and panels, and brings together researchers, writers, musicians, critics, and others interested in jazz studies from around the world.

For our tenth conference, we have an open call for papers addressing the meaning and significance of jazz from multiple academic perspectives, including cultural studies, musicology, cultural theory, music analysis, jazz history, media studies, and practice-based research. What are you working on now? What are your thoughts? Bring them, share them with us.

We particularly welcome proposals from under-represented groups and communities in jazz studies and academia more generally, including people of colour, those who identify as women or gender diverse, and people with disabilities. Our call is open.

Further information:

Please submit your proposal (max. 250 words), including a short biography (max. 50 words) and institutional / organisational affiliation (if any), as a Word document to Nicholas Gebhardt and Tony Whyton (Conference directors): rhythmchanges2027@bcu.ac.uk. Papers are 20 minutes long (plus a 5-minute Q&A); panels contain three papers. We also welcome panel proposals of three or four presenters. If you have a format that doesn’t fit these conventions, talk to us: if we can accommodate it, we will.

The deadline for proposals is 15 September 2026; we will communicate outcomes to authors by 31 October 2026. The conference committee comprises Christa Bruckner-Haring, Juliane Deil, Nicholas Gebhardt, George McKay, Beatriz Nunes, Sarah Raine, Loes Rusch, Walter van de Leur and Tony Whyton.

Rhythm Changes TEN is hosted by the Royal Birmingham Conservatoire, part of Birmingham City University. RBC is the UK’s most recently established purpose-built conservatoire building, opened in 2017, with a dedicated jazz club and a 440-seat concert hall. RBC also hosts the annual Eastside Jazz Festival, which was first held in 2026.

Rhythm Changes TEN continues to build on the legacy of the research project Rhythm Changes: Jazz Cultures and European Identities (2010– 2013), funded as part of the Humanities in the European Research Area (HERA) Joint Research Programme. In the spirit of Rhythm Changes, the project team continues to develop networking opportunities and champion collaborative research in transnational jazz studies.

Updates on the conference will be available on the Rhythm Changes website and Facebook.

51. Tagung Radio Jazz Research 16. – 18. April 2026, Eisenach

51. Tagung Radio Jazz Research
In Zusammenarbeit mit dem Lippmann & Rau-Archiv
16. – 18. April 2026, Eisenach

Jazz im politischen Leben.
Zur Rezeption improvisierter Musik in Deutschland

Lippmann & Rau-Archiv, Alte Mälzerei, Palmental 1

Zum Programm

Diese Tagung wurde maßgeblich ermöglicht durch eine Kooperation mit dem in Eisenach/Thüringen ansässigen Lippmann & Rau Archiv. Gegründet im Jahr 1999 als Internationales Jazzarchiv Eisenach, führte eine enge Zusammenarbeit mit der Lippmann+Rau-Stiftung 2009 zur Umbenennung. Die Eisenacher Institution ist ein exzellentes Beispiel dafür, dass es in Archiven dieser Art nicht nur um Bewahrung und das Verstehen von Vergangenem geht, sondern genauso um die Gestaltung der kulturellen Gegenwart und um Perspektiven für die Zukunft. Das wiederum bildet einen idealen Rahmen für das, was die Tagungsüberschrift „Jazz im politischen Leben“ anreißt.
Natürlich sind Struktur und Arbeit des Eisenacher Archivs ein unverzichtbares Thema der zweitägigen Zusammenkunft. Archiv-Leiter Reinhard Lorenz wird umfangreiche Einblicke geben. Umso interessanter dürfte sein, was Marie Härtling aus Darmstadt in der Gegenüberstellung über die Arbeit und die Positionierung einer weiteren Institution musikarchivarischer und -wissenschaftlicher Arbeit zu berichten weiß: dem bereits 1990 gegründeten Jazzinstitut Darmstadt, der größten öffentlich zugänglichen Jazzsammlung in Europa.
Als wesentlicher Faden zieht sich die Entwicklung des Jazz in der DDR durch Vorträge und Gespräche der Thüringer Tagung. Zum generellen Einstieg spricht Peter Niedermüller über die Instrumentalisierung von Kultur und deren repressive Mechanismen in totalitären Systemen, was unweigerlich in die Jahre des Nationalsozialismus führt. Michael Rauhaut bezieht in der Auseinandersetzung mit den rigiden Steuerungsversuchen musikalischer Aktivitäten in der DDR Erfahrungen aus Pop und Rock ein, vor allem am Beispiel der (auch im deutschen Westen geschätzten und gewürdigten) Ostberliner Gruppe Silly um Sängerin Tamara Danz.
Die Jazz-Entwicklung in der DDR, von den einschlägigen Staatsorganen argwöhnisch verfolgt, soll unter verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet werden. Katharina Weissenbacher konzentriert sich in ihren Erläuterungen auf eine wichtige Kernzeit: die anderthalb Jahrzehnte zwischen Mauerbau und der Ausbürgerung Wolf Biermanns (1961-1976). Ulf Drechsel berichtet vom Engagement und von dem nachhaltigen Wirken seines Vaters Karlheinz, der als Rundfunkjournalist, Publizist und Festivalkurator das Jazzgeschehen in der DDR maßgeblich begleitete und prägte – und dabei natürlich auch ins Visier der Stasi geriet. Martin Breternitz hat die Funktion der DDR-Jazzclubs untersucht, in denen Freiheiten neben dem Alltag gelebt wurden. Mit Meister-Gitarrist Uwe Kropinski, der im Zuge der Tagung auch in einem öffentlichen Konzert zu erleben sein wird, kommt ein betroffener Zeitzeuge zu Wort. Aufgewachsen in der DDR, Mitte der siebziger Jahre vom Rock zur Improvisierten Musik „konvertiert“, 1986 in die Bundesrepublik gewechselt, in den späten Neunzigern zurückgezogen in seine Geburtsstadt Berlin, hat er das künstlerische Schaffen in der DDR aus verschiedenen Perspektiven erlebt bzw. verfolgt. Den Beweggründen und Überzeugungen jener, die sich seinerzeit dem „verdächtigen“ Jazz-Schaffen von seinesgleichen auf die Fersen hefteten, ist Rüdiger Ritter nachgegangen. „Wie und warum observiert man Jazz?“ ist eine so simpel anmutende wie berechtigte Frage, deren Beantwortung auch Einiges über das Potenzial des Jazz als einer politischen Musik aussagen dürfte.

ABLAUF
Donnerstag, 16. April 2026 Meeting RJR20.00 Uhr im Hotel „Thüringer Hof“,

Freitag, 17. April 2026
TAGUNG 1. Tag
im Lippmann & Rau-Archiv

9.30 Uhr
Peter Niedermüller:
Zwischen Zensur und unterhaltender Zerstreuung
Zum Umgang mit Musik in totalitären Systemen

10.30 Uhr
Katharina Weissenbacher:
Zwischen Jazzbrücke und Free Jazz – die Jazzszene in der DDR

11.30 Uhr
Ulf Drechsel:
Jazzjournalist Karlheinz Drechsel
Drahtseilakt an kurzer und langer Leine der Partei

14.30 Uhr
Das RJR-Porträt08:
Das L&R Archiv als politische Institution
Daniel Eckenfelder im Gespräch mit Bernd Hoffmann

15.30 Uhr
Michael Rauhut:
Populäre Musik und Politik in der DDR
Forschungsperspektiven, Erkenntnisse, Themenfelder

17.00 Uhr
Nonkonformismus in DDR-Jazzclubs
Michael Rüsenberg im Gespräch mit Martin Breternitz

20.00 Uhr
Uwe Kropinski (g)
Im Lippmann & Rau-Archiv
– öffentliches Konzert –

Samstag, 18. April 2026
TAGUNG 2. Tag
im Lippmann & Rau-Archiv

9.30 Uhr
Rüdiger Ritter:
Wie und warum observiert man Jazz?
Ein „Leitfaden“ aus der DDR

10.30 Uhr
Das RJR-Porträt09:
Uwe Kropinski
Im Gespräch mit Arne Schumacher

11.30 Uhr
Marie Härtling:
Das Jazzinstitut Darmstadt
Ein Kulturinstitut der Wissenschaftsstadt Darmstadt

Änderungen vorbehalten

Hinweise auf zwei Neuveröffentlichungen in 2026

1) Buch: Christa Bruckner Haring (ed) – WOMAN & JAZZ – 40,79 €

Christa Bruckner-Haring
Women and Jazz: European Perspectives from Researchers and Artists is an edited volume bringing together the work of female researchers exploring the complex relationship between jazz and gender. Who are the European and Europe-based women in jazz, and do they perceive jazz as still being a male-dominated world? Women and Jazz encompasses a broad range of views and themes, including the role of women in European jazz history, their daily lives, motherhood, music education, festivals, and live performance.

This volume features interviews with 25 female European or Europe-based jazz artists, which serve as tangible illustrations of the female experience in professional jazz. This volume also sheds light on hidden gems within jazz, introducing readers to talented female artists who may have been overlooked. Readers can gain insight into inspiring stories of perseverance and creativity, as well as unique perspectives that each musician brings to the music. By reading this book, individuals can contribute to amplifying underrepresented voices in the world of jazz and promoting a more inclusive understanding of the music and society. Women and Jazz will be of interest to jazz professionals, popular music scholars, gender studies scholars, teachers, students, and anyone wanting to learn more about women’s perspectives on the field of jazz.

Women and Jazz: European Perspectives from Researchers and Artists enthält Beiträge von Wissenschaftlerinnen, die sich mit der komplexen Beziehung zwischen Jazz und Gender befassen. Wer sind die in Europa wirkenden Frauen im Jazz, und empfinden sie Jazz immer noch als eine von Männern dominierte Welt? Women and Jazz umfasst ein breites Spektrum an Ansichten und Themen, darunter die Rolle der Frauen in der europäischen Jazzgeschichte, ihr Alltag, Mutterschaft, Ausbildung, Festivals und Live-Auftritte.

Dieser editierte Sammelband enthält Interviews mit 25 europäischen oder in Europa lebenden Jazzmusikerinnen, die spannende Einblicke in inspirierende Geschichten über Ausdauer und Kreativität sowie in einzigartigen Perspektiven der Musikerinnen gewähren. Somit trägt das Buch dazu bei, unterrepräsentierte Stimmen im Jazz zu verstärken und ein integrativeres Verständnis von Musik und Gesellschaft zu fördern. Women and Jazz ist gerichtet an Jazzinteressierte, Forschende, Lehrende, Studierende und alle, die mehr über Perspektiven von Frauen im Bereich des Jazz erfahren möchten.

https://radiojazzresearch.de/wp-content/uploads/2026/01/Contents_Women-and-Jazz.pdf

2) Buch: Reclam Verlag – Stefan Henz – MILES DAVIS – SOUND EINES LEBENS – 32,00 €

Miles Davis
Miles Davis war ein Virtuose des Jazz. Ein Mann der Wandlungen, zart und hart, verletzlich und verletzend, schüchtern und arrogant. Davis verband künstlerische Integrität mit Sensibilität und verrückte die Grenzen des Jazz immer wieder neu. Sechs Mal, so meinte er auf einem Empfang im Weißen Haus, habe er die Musikgeschichte revolutioniert. Sein Album »Kind of Blue« gilt vielen als die beste Jazz-Platte aller Zeiten. Weltweit erfolgreich, mit allen Insignien von Wohlstand ausgestattet und privilegiert in der Männerwelt des Jazz, blieben rassistische Diskriminierung und die daraus resultierende Wut prägend für seine künstlerische Persönlichkeit.
Stefan Hentz zeichnet Leben und Werk dieses außergewöhnlichen Musikers und Menschen so fundiert wie kenntnisreich nach.

50. Tagung Radio Jazz Research 17. – 19. Juli 2025


17.- 19. Juli 2025
Landgasthof Bauböck / Familie Voglmayr
G.-Schachinger-Weg 2
A-4770 Andorf
0043/7766/2279


50. Tagung Radio Jazz Research
In Zusammenarbeit mit dem INNtöne Festival 2025

Ein echtes Jubiläum: Radio Jazz Research – die 50. Tagung. Wer seinerzeit bei der ersten Zusammenkunft unter der Überschrift «Radio Jazz Research» eine solche Perspektive in den Raum gestellt hätte, wäre belächelt worden. Über die Jahre ist die Initiative zu einer Institution geworden: einem offenen, international besetzten Treff von Jazz-Aktivisten und -Aktivistinnen, einem Pool für die Beschäftigung mit Jazz-Themen verschiedenster Art. Die 50. Tagung gibt Anlass zum Feiern, zu einem Blick zurück – aber vor allem (wie immer) zur perspektivreichen Fortsetzung. Neue und vertraute Gäste tragen zur thematischen Vielfalt bei. Die Anbindung an das einzigartige INNtöne Festival (Herzlichen Dank an Paul Zauner!), das in diesem Jahr zum 40. Mal stattfindet, ist eine geradezu ideale Kombination. Auf eine weitere gelungene Tagung!

TAGUNGSPROGRAMM

I) 18. Juli 2025
Tagung im Landgasthof Fest Raum

1) 9.15 Uhr:
„Wir wollten eigentlich nur den Moderatoren-Nachwuchs fördern“
Bernd Hoffmann in Gespräch mit Arne Schumacher zu 50 RJR-Tagungen

2) 10.45 Uhr:
Gewohnheiten und Improvisation. Ein ästhetisches Verhältnis
Vortrag von Alessandro Bertinetto (Turin)

3) 11.45 Uhr:
«Is It a Man`s World?» Herausforderungen für Instrumentalistinnen im Jazz
Vortrag von Christa Bruckner-Haring (Graz)

4) 14.30 Uhr:
Das RJR-Porträt05
Der Pianist und Dozent Hans Koller (London)
Oliver Weindling -Moderation-

5) 15.30 Uhr:
Das RJR-Porträt06
Der künstlerische Leiter Jazzclub Porgy & Bess (Wien), Christoph Huber
Andreas Felber -Moderation-

6) 16.30 Uhr:
Radio Jazz Research – Perspektive Zukunft
Diskussion mit Ulf Drechsel, Arne Schumacher, Constantin Sieg, Maren Wessels,
Christa Bruckner-Haring -Moderation-

II) 19. Juli 2025
Tagung im Landgasthof, erste Etage – Festraum
7) 9.15 Uhr:
Jazz und Politik – Wer benutzt wen? Zur Geschichte einer schwierigen Beziehung
Vortrag von Rüdiger Ritter (Bremerhaven)

8) 10.15 Uhr:
Zur Visualisierung des Jazz
Der Dokumentarfilmer Thomas Mau (Wuppertal) im Gespräch mit Bernd Hoffmann

9) 11.45 Uhr:
The Shade of Jazz to Come: Jazzvermittlung an Kinder und Jugendliche
Vortrag von André Doehring (Graz)


13.15 ENDE der Tagung

Diese Tagung wird durch Paul Zauner und das INNtöne-Festival maßgeblich gefördert!


Inntöne 18.-20. Juli 2025
40. Festival „Jazz am Bauernhof“
Zum 40. Mal findet von 18. Juli bis 20. Juli das Internationale Inntöne-Jazzfestival statt. Vor 40 Jahren begann alles: Erstmals wurde das Festival unter dem Namen Jazzfestival Sigharting in der Gemeinde Sigharting veranstaltet, dann jahrelang in der Rothuberhalle als Raaber Jazzfest. Organisator Paul Zauner und sein gesamtes Team laden auch in diesem Jahr wieder zum dreitägigen Konzert-Ereignis auf das Gelände des über 250 Jahre alten Buchmannhofs in Diersbach (Bezirk Schärding), wo das Inntöne Festival seit 2002 stattfindet. Auf der Konzertwiese, in Stadl und Stall treten die herausragendsten Musiker aus aller Welt auf und schicken ihre Klänge in die Tiefen des umliegenden Sauwalds. Eine ausgewählte Bio-Kulinarik, zubereitet von Spitzen-Koch Simon Humer und viele Angebote für Kinder machen das Inntöne-Festival zu einem besonderen Sommer-Jazzfest.
Eröffnet wird das 40. Inntöne-Festival orchestral: Inspiriert vom musikalischen Erbe Anton Bruckners zelebrieren Christian Wirth und sein Chameleon Orchestra einen fulminanten weltmusikalischen Klang, bei dem sich in Österreich beheimatete Ausnahmemusiker und Mosambiks Superstar Sänger Stewart Sukuma begegnen. Und es wird nicht der einzige Ausflug ins Weltmusik-Genre bei den Inntönen sein: Außergewöhnliche Strahlkraft bringt Thierry Robin, genannt „Titi“, französischer Folk- und Weltmusikkünstler mit. Der Meister der Gitarre verbindet die mediterrane Welt mit orientalischen Kulturen. Er spielt neben Gitarre auch Buzuq, Mandoline und Oud.
Die Inntöne stehen seit jeher für spannende Entdeckungen: Der charismatische Saxofonist und Komponist James Brandon Lewis (Jahrgang 1983) ist der Musiker der Stunde auf dem weiten Feld des zeitgenössischen Jazz. Mit den Messthetics bringt er am Freitagabend Free und Modern Jazz auf den Punkt. Mit seiner tiefen, vom Gospel geprägten Spiritualität und der Unbekümmertheit des Free-Jazz gelingt ihm auf wundersame Weise die „Verbindung von Tradition mit einer harten Funk-meets-Hip-Hop-Untermalung“, hieß es im Rolling Stone Magazine. Spannend wird es auch am Sonntag mit Sänger Tyreek Mc Dole: Ursprünglich aus Florida, jetzt in New York beheimatet, 24 Jahre jung und Gewinner des renommierten Sara Vaughn Wettbewerbs. McDole, der Wurzeln in Haiti hat, überzeugt durch seine außergewöhnliche Stimme und Musikalität.
In nur wenigen Jahren erlangte sie internationale Anerkennung als erstklassige Pianistin und Sängerin: Die junge Italienerin Francesca Tandoi wird am Sonntagnachmittag die Inntöne-Bühne bespielen. Die britische Jazz- und Soulsängerin Heidi Vogel erinnert in der musikalischen Tiefe an Billie Holiday. Mit unvergesslichen Auftritten von Coco Rosie bis Erykah Badu hat sich die Sängerin mit Wiener Wurzeln in der Live-Musikszene eine bemerkenswerte Nische geschaffen.
Mit Scott Robinson kommt ein Multi-Instrumentalist aus Amerika nach Diersbach. Er gilt als eines der letzten Universalgenies des Jazz. Ebenso große Erwartungen schürt auch das neue Album von Piano-Gigant Yaron Herman, der am Sonntag mit seiner Band sein „Radio Paradise“ vorstellt. Das kongeniale New Yorker Gespann „B3 plus“ mit John Clarke , Dave Taylor und Franz Hackl ist ein längst umjubeltes Blechtrio: ein Kosmos aus Klängen, Stilen und Techniken.
Ein ganz neues Universum eröffnet Anthony Joseph aus UK, der Black Soul und Spoken Word auf die Inntöne-Bühne bringt. Der trinidadisch-britische Schriftsteller, Lyriker und Musiker sorgt mit seinen Auftritten für Furore. Auf seinem Album The Rich Are Only Defeated When Running for Their Lives (2021) legte er „ein kleines Hipster-Who’s Who der Londoner Jazz-,Funk- und Soulszene vor“;Titel zu deutsch: „Die Reichen sind nur besiegt, wenn sie um ihr Leben rennen.“ Release 2025: Rowing up River to Get Our Names Back. Als spezieller Gast ist der Ausnahmekünstler David Okumu dabei. Lassen wir uns überraschen!
Extreme Talente sind bei den Inntönen stets herzlich willkommen: Hans Koller betritt mit seinem 12-Jährigen Sohn Louis die Bühne. Der gebürtige Landshuter lebt seit 1981 in London leitet das renommierte Trinity College of Music. Spezieller Gast im Hans Koller Quintet ist der Amerikaner John O’Gallagher.
Erdige Roots Musik im Duo erwartet uns von Dean Bowman und Roland Guggenbichler. Die Powerhouse-Band von Blair Clarke, Danny Lerman und Uli Geissendoerfer wird mit ihrem Programm eine Premiere feiern. Da wird keiner mehr auf seinen Campingstühlen sitzen bleiben.
Einen Festival- Höhepunkt werden sicher Face of God mit ihrer grandiosen sardinischen, traditionellen Vokalmusik bilden. Als Kontrast zu den erdigen Stimmen ist der virtuose holländische Cellist Ernst Reijseger zu nennen. Er komponierte einst ein Stück für Werner Herzogs Film „My Son, my son what have you done“- und dieses hieß „Face of God“.
Die Inntöne stehen immer schon für Innovation und verjüngen sich weiter. Der Stadl ist in diesem Jubiläumsjahr verstärkt frei für die junge Szene, diese wird hauptsächlich von Frauen geleitet. Am Freitag werden drei junge Bands präsentiert, welche alle von großartigen Musikerinnen geleitet werden. Mena Plankensteiner ist Organisationsleiterin, Sängerin und Flötistin der Jugend-Band „Jumping Jungle“. Am Keyboard von Jumping Jungle spielt der 12-Jährige Xaver Plankensteiner, eines der großen Talente im Jazz. Die Schwedisch Stämmige Londonerin Rebecka Edlund, leitet die Vortex London Youngsters und wird beim INNtöne Festival in der Scheune und St. Pigs Pub fünf Sets spielen. Für eine neue, junge Musikergeneration in Österreich steht die Welser Bassistin Kathi Angerer. Mit der Sängerin Bamlak Werner bildet sie UN:KNOWN TALES, ein famoses, spritziges Quartett. Und im Quintet seiner Vaters Hans Koller spielt der 12 Jährige Ventilposaunist Louis Koller. Er wird in London bereits sehr beachtet.
Aus New Orleans eingeflogen kommt der Blues-Grande Johny Sansone und veredelt mit Swamp Blues die italienische Combo rund um Vicenzo Barratin.
Im Pigs Pub dürfen die Inntöne-Gäste zwei Nächte lang mit Ausnahme-Trompeter Mario Rom und Clemens Salesny im Quintett schwelgen. Mit Piano-Legende Kirk Lightsey als speziellem Gast, werden sie Musik von Eric Dolphy präsentieren. Ein weiterer Weltpianist ist Carlton Holmes, er kommt mit seinem Trio am Freitag ins St. Pigs Pub. Der angesagte Tubist, Posaunist HG Guternigg kommt mit White Faces am Sonntag um die Mittagsstunden zum INNtöne Festival.
Für Kinder gibt es während des Festival-Samstag und Sonntag ein umfangreiches Programm mit Puppentheater, Basteln, Malen und Gestalten. Shuttle-Service von den naheliegenden Städten Schärding und Passau . Zahlreiche kostenlose Campingmöglichkeiten für Zelt und Wohnwagen gibt es rund um den Hof. Wie bei der Musik wird auch beim Essen auf höchste Qualität gesetzt: Ob Schweinsbraten oder vegane Köstlichkeiten, Grillhähnchen, Bio-Bier, köstliches Gebäck: jeder Festivalbesucher wird beim vielfältigen Speisenangebot fündig werden. Gekocht wird von Simon Humer und seinem Team (Biohof Thomabauer), das sich schon im vergangenen Jahr bewährt hat. Das Inntöne-Festival legt bei den Bezugsquellen besonderen Wert auf Regionalität und nachhaltige oder Bio-Landwirtschaft, zum Beispiel Fisch vom eigenen Buchmannhof.
Ein besonderes Yoga-Angebot und eine Kunstausstellung runden das Programm ab.
Nähere Informationen, Bilder zum Download und Programmübersicht unter www.inntoene.com
Paul Zauner



7. Arbeitstagung in Remagen-Rolandseck | 19. und 20. Juni 2008

7. Arbeitstagung 19. bis 20. Juni 2008 in Remagen-Rolandseck

Wild Card

Es bedarf nicht immer eines übergeordneten Themas, um „Radio Jazz Research“ in Diskussion zu versetzen. Bei der Arbeitstagung in Rolandseck wurden verschiedene Themenansätze bearbeitet, die bei anderen Veranstaltungen bereits diskutiert wurden. Die Verknüpfungen ergeben sich, wenn im Zusammenhang mit der Jazzszene Hamburg die Rolle des NDR als ortsansässiger Rundfunkanstalt beleuchtet wird.

Das Tagungsprogramm

  • Michael Rüsenberg Das „Radiothema“ bei der Bremer jazzahead!
  • Wolfgang Rauscher Argumentation zur betriebswirtschaftlichen Notwendigkeit, Ganzjahresveranstalter des Jazz zu subventionieren
  • Gabi Benedix & Stefan Gerdes Jazz in Hamburg
  • Günther Huesmann „Ich bin ein Monster, und du bist es auch“ – John Zorn und Naked City
  • Jürgen Arndt Special Moments – Jazz in Performance
  • Andreas Felber Die Wiener Free-Jazz-Avantgarde im Spiegel der Selbstfindung des europäischen Jazz in den 1960er bis ’90er Jahre
  • Bernd Hoffmann Grenzkontrollen im deutschen Jazz